Schutz vor 0190-Dialern |
| Vorbeugen ist besser! |
| Statt sich Gedanken über die juristischen
Folgen eines unerwünschten Dialers zu machen, ist es sicherlich
besser, sich vorab zu schützen. Es ist daher ratsam, folgende
Überlegungen
anzustellen: |
| 1. Dialer sind nicht von
Natur aus böse |
| Dialer sind nicht aus sich heraus schlecht oder
böse. Die Technik ist sicherlich in vielen Fällen sinnvoll
und richtig, und zwar immer dann, wenn der Diensteanbieter dem
Internetnutzer Inhalte nur
gegen Entgelt anbieten will und für die Bezahlung eine anonyme
Zahlungsweise gewählt werden soll. Daß Inhalte nur gegen
Entgelt angeboten
werden, ist an sich nicht zu beanstanden - für eine Zeitung
muß
man am Kiosk ja auch bezahlen. Die Dialer haben freilich einen
zweifelhaften
Ruf bekommen, weil sie besonders gerne eingesetzt werden, wenn es um
den
Download von Erotik-Inhalten geht - da kommt das Schmuddelimage her.
Endgültig diskreditiert wurden die Dialer dann, als massenhaft
Programme aufgetaucht sind, bei denen es nicht mehr nur um die
Abrechnung kostenpflichtiger Internet-Angebote geht sondern schlicht um
Abzocke, indem diese Programme nicht nur für spezielle
Internetinhalte besondere (hohe) Gebühren abrechnen sondern
schlichtweg jedes Surfen im Internet über den Dialer laufen lassen. |
| 2. Aufpassen hilft |
| Dialer installieren sich nicht automatisch,
sondern werden vom Internetuser heruntergeladen und installiert. Wer
kein Dialerprogramm herunterlädt und installiert, bekommt auch
keine Probleme mit Dialern. Deswegen muß die erste
Verhaltensregel lauten: Man prüfe genau, was man auf seinen
Rechner herunterlädt! Die Sache wird leider dadurch erschwert, daß unseriöse Anbieter ihre Dialer-Programme nicht offen als solche zu erkennen geben. Oftmals wird das Programm stattdessen als "Brwoser-Plugin", "Tool" oder Optimierungsprogramm ("schneller Internetzugang") bezeichnet. Generell gilt: Höchste Vorsicht ist angebracht, wenn man irgendein Programm installieren muß, um einen Internet-Inhalt betrachten zu können. Im Zweifelsfall sollte man vom Installieren des Programmes absehen. Auch wenn ein Anbieter den Dialer als solchen zu erkennen gibt, ist weiter Vorsicht geboten: Die Kosten, die bei Nutzung des Dialers anfallen, werden oft nicht ordnungsgemäß angegeben sondern in AGBs oder anderen Internetseiten versteckt. Der Internetuser hat dann kaum eine Möglichkeit, vorab abzuschätzen, welche Kosten auf ihn zukommen. Daher gilt: Werden die Kosten nicht in übersichtlicher und nachvollziehbarer Weise mitgeteilt, sollte das Programm nicht installiert werden. Aber auch dann, wenn die Kosten angegeben werden, sollte man achtsam sein. Angaben wie "1,88 EUR/min" sind schön und gut, aber wenn dann der Hinweis folgt "Abrechnung im 15 Minuten-Takt", sollte man sich klarmachen, daß hier sofort 15 x 1,88 EUR abgerechnet werden, auch wenn man nur wenige Sekunden den Dialer nutzt. |
| 3. Technische Vorkehrungen |
| Man kann seinen Rechner auch so konfigurieren,
daß Dialer keine Chance haben, schädlich zu wirken. Das
fängt bei
der Brwoser-Auswahl an: Der Microsoft-Brwoser Internet Explorer ist
anfälliger für Sicherheitsrisiken als andere Browser; ein
Wechsel auf einen anderen Brwoser kann sich daher auszahlen. In den
Browser-Einstellungen sollten
Active-X-Komponenten ausgeschaltet werden, damit nichts ohne Kontrolle
durch
den Internetuser läuft. Das DFÜ-Password sollte auch nicht
auf
dem Rechner gespeichert werden. Wer Windows NT/2000/XP nutzt, sollte
nicht
als Administrator surfen, denn nur im Administrator-Modus können
Programme
installiert werden; wer nicht als Administrator surft, kann daher nicht
aus
Versehen etwas installieren, was er gar nicht will. Teure Verbindungen,
also insbesondere solche zu 0190- und 0900-Nummern sowie
Auslandsverbindungen
sollten gesperrt werden. Schließlich: Wer über DSL surft, surft relativ sicher. Dialer, die über DSL laufen, sind bisher nicht bekannt. Dieser Schutz klappt natürlich nur, wenn nicht neben dem DSL-Anschluß parallel noch ein ISDN-Anschluß genutzt wird. Hier hilft eine einfache Maßnahme: Stecker ziehen! Ist der Rechner nicht über ISDN sondern nur über DSL ans Internet angeschlossen, ist das der derzeit beste Schutz gegen Dialer. Wir können hier nur einige Kurzhinweise zur Technik geben. Weitere Hinweise finden Sie unter http://www.dialerschutz.de. |
| 4. Rechtlicher Schutz |
| Erfüllt der Dialer, den man trotz aller
Vorsicht doch installiert hat, nicht die Voraussetzungen, daß auf
die teuren Verbindungen ausdrücklich hingewiesen wird und
daß der Dialer sich als solcher zu erkennen gibt, besteht
grundsätzlich kein Anspruch des Diensteanbieters auf Bezahlung der
überhöhten Gebühren. In diesem Falle sollten Sie der
Gebührenabrechnung unbedingt innerhalb der vertraglichen Fristen
widersprechen und die geforderten Gebühren nicht zahlen. Werden
Sie auf Zahlung verklagt, können Sie sich gegen die Forderungen zu
Wehr setzen. Lesen Sie hierzu unsere Hinweise zu den
Urteilen des Kammergerichtes und des Landgerichtes Kiel. Erhalten Sie einen Mahn- oder Vollstreckungsbescheid, legen Sie Widerspruch bzw. Einspruch ein. Und: Anwaltliche Hilfe kann auch nicht schaden - wir helfen gerne. Wenn Sie unsere Unterstützung wünschen, nehmen Sie mit uns Kontakt auf. |